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Abkürzungsverzeichnis Bachelorarbeit: Regeln, Beispiel und Word-Anleitung

Maximilian Bauer
556 Aufrufe · Veröffentlicht: · 17 Min. Lesezeit

Ein Abkürzungsverzeichnis listet alle fachspezifischen und selbst eingeführten Abkürzungen Ihrer Bachelorarbeit alphabetisch mit ihrer ausgeschriebenen Bedeutung auf. Es steht im Vorspann der Arbeit – meist direkt nach dem Inhaltsverzeichnis –, wird römisch paginiert und zählt in der Regel nicht zum geforderten Textumfang. Allgemein bekannte Abkürzungen wie „z. B.“ oder „usw.“ gehören an den meisten Lehrstühlen nicht hinein.

So weit die Kurzfassung. In der Praxis unterscheiden sich die Vorgaben aber stärker, als viele Ratgeber vermuten lassen: Manche Lehrstühle verlangen das Verzeichnis grundsätzlich, andere nur „bei Bedarf“, und bei Abkürzungen wie „vgl.“ oder „Hrsg.“ gibt es sogar gegensätzliche Regeln. Dieser Beitrag zeigt Ihnen anhand offizieller Leitfäden, was wirklich gilt, und erklärt Schritt für Schritt, wie Sie das Abkürzungsverzeichnis in Word oder LaTeX anlegen. Wenn Sie sich noch einen Überblick über alle Bestandteile verschaffen möchten, hilft unser Leitfaden zum Schreiben der Bachelorarbeit. 

Wer neben den Formalia auch beim Inhalt Unterstützung braucht, kann seine Bachelorarbeit schreiben lassen.

Kurz gesagt: Ins Abkürzungsverzeichnis gehören Abkürzungen, die ein fachfremder, aber gebildeter Leser nicht sicher kennt – etwa KMU, DSGVO oder API. Sortiert wird alphabetisch nach der Abkürzung, zweispaltig und ohne Seitenzahlen. Jede Abkürzung wird zusätzlich bei der ersten Verwendung im Text ausgeschrieben. Verbindlich sind immer die Vorgaben Ihres Lehrstuhls.

Braucht Ihre Bachelorarbeit ein Abkürzungsverzeichnis?

Eine einheitliche Pflicht gibt es nicht. Ob Sie ein Abkürzungsverzeichnis anlegen müssen, entscheidet Ihre Hochschule, oft sogar der einzelne Lehrstuhl. Die offiziellen Leitfäden lassen sich grob in drei Gruppen einteilen:

  • Immer Pflicht: Am Lehrstuhl für BWL, insbesondere Innovationsmanagement der Universität Bamberg gehört das Abkürzungsverzeichnis zu den festen Bestandteilen jeder Seminar-, Bachelor- und Masterarbeit. Auch der Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften und ihre Didaktik der Europa-Universität Flensburg führt es als Pflichtteil.
  • Sobald Abkürzungen vorkommen: Die TU Dortmund (Juniorprofessur für Entrepreneurship und Digitalisierung) verlangt ein Verzeichnis, sobald die Arbeit Abkürzungen oder Akronyme enthält, die nicht zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören.
  • Nur bei mehreren nicht gängigen Abkürzungen: Die Richtlinien der DHBW Heilbronn fordern ein Abkürzungsverzeichnis, „wenn mehrere nicht gängige Abkürzungen (zum Beispiel fachspezifische Abkürzungen) verwendet werden“. Der Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Hochschule Niederrhein sieht es vor allem dann vor, wenn sehr viele Abkürzungen verwendet werden.

Viele Ratgeber nennen eine feste Grenze von „mindestens drei Abkürzungen“. Das ist eine brauchbare Faustregel, aber keine offizielle Vorgabe – in keinem der hier ausgewerteten Leitfäden taucht diese Zahl auf. Wer an einem Lehrstuhl mit Pflichtverzeichnis schreibt, braucht es auch bei zwei Abkürzungen.

So entscheiden Sie in drei Schritten

  1. Leitfaden prüfen: Suchen Sie im Leitfaden Ihres Lehrstuhls oder in der Prüfungsordnung nach „Abkürzungsverzeichnis“ oder „Verzeichnisse“. Steht dort eine Regel, gilt sie.
  2. Abkürzungen zählen: Gehen Sie Ihren Text durch und notieren Sie alle Abkürzungen, die nicht im Duden als allgemein gebräuchlich verzeichnet sind. Das schließt Fußnoten, Tabellen, Abbildungen und den Anhang ein.
  3. Im Zweifel anlegen: Gibt es keine Vorgabe und nutzen Sie mehrere fachspezifische Abkürzungen, legen Sie das Verzeichnis an. Ein fehlendes Verzeichnis fällt eher negativ auf als eine zusätzliche Seite im Vorspann.

Welche Abkürzungen gehören ins Abkürzungsverzeichnis?

Maßstab ist die Frage, ob ein gebildeter Leser ohne Fachwissen die Abkürzung sicher versteht. Die Leitfäden der TU Dortmund, der TUM und der DHBW Stuttgart nennen dafür ausdrücklich den Duden als Prüfstein: Was dort als gebräuchliche Abkürzung steht, muss nicht erklärt werden. Die folgende Übersicht fasst zusammen, wie die meisten Lehrstühle vorgehen.

Art der Abkürzung Beispiele Ins Verzeichnis?
Fachbegriffe und Akronyme KMU, ERP, API, RCT, CAD Ja
Selbst eingeführte Abkürzungen EUT für Erwartungsnutzentheorie, FB für Fragebogen Ja
Gesetze, Institutionen, Organisationen AktG, BFH, DSGVO, OECD Ja, sofern nicht allgemein bekannt
Abgekürzte Zeitschriftentitel ZfB, ZfbF, NJW Ja (so z. B. TUM und Uni Bamberg)
Allgemeinsprachliche Abkürzungen z. B., usw., d. h., bzw., ca., etc. Meist nein – an manchen Lehrstühlen doch
Abkürzungen in Quellenangaben vgl., S., Hrsg., Aufl., ebd., et al., o. J. Uneinheitlich geregelt (siehe unten)
Maßeinheiten und Formelzeichen kg, kWh, α, σ Nein – bei Bedarf in ein Symbolverzeichnis

Sonderfall Quellenangaben: vgl., Hrsg. und Co.

Bei Abkürzungen, die nur in Zitaten und im Literaturverzeichnis vorkommen, widersprechen sich die Leitfäden direkt. Die DHBW Stuttgart (Wirtschaftsinformatik) schließt Abkürzungen wie „Aufl., Bd., f., ff., hrsg. v., Jg., Nr., o. J., o. V., S.“ ausdrücklich aus dem Verzeichnis aus, der Lehrstuhl von Prof. Wildemann an der TUM ebenso „Aufl., Bd., Diss., Hrsg., o. J.“. Der Flensburger Lehrstuhl verlangt dagegen, auch Abkürzungen aus Fußnoten und Quellenangaben wie „Vgl.“ und „S.“ aufzuführen.

Beides ist also möglich – aber nicht beliebig. Richten Sie sich nach Ihrem Leitfaden, und fehlt eine Regel, lassen Sie reine Zitierabkürzungen weg. Welche Abkürzungen in Ihrer Zitierweise überhaupt vorkommen, erklärt unser Beitrag zum Zitieren in der Bachelorarbeit.

Abkürzungen in juristischen Arbeiten

In rechtswissenschaftlichen Arbeiten sind Abkürzungen wie BGB, StGB, BVerfG oder NJW allgegenwärtig. Als Standardreferenz gilt das „Abkürzungsverzeichnis der Rechtssprache“ von Hildebert Kirchner. Der Lehrstuhl von Prof. Klesczewski an der Universität Leipzig bezeichnet ein eigenes Verzeichnis in Seminararbeiten als „meist entbehrlich, aber empfehlenswert“ und verweist für übliche Abkürzungen auf Kirchner sowie die Verzeichnisse in Lehrbüchern und Kommentaren. Manche Lehrstühle akzeptieren auch einen Satz wie „Es wird verwiesen auf Kirchner, Abkürzungsverzeichnis der Rechtssprache“ – ob das bei Ihnen genügt, klärt der Leitfaden.

Abkürzungsverzeichnis, Symbolverzeichnis oder Glossar?

Die drei Verzeichnisse werden häufig verwechselt, haben aber unterschiedliche Aufgaben:

Verzeichnis Inhalt Beispiel-Eintrag
Abkürzungsverzeichnis Abkürzung und ausgeschriebene Form – keine Erklärung CRM – Customer-Relationship-Management
Symbolverzeichnis Formelzeichen, Variablen und Einheiten σ – Standardabweichung
Glossar Fachbegriffe mit kurzer inhaltlicher Definition Churn Rate – Anteil der Kunden, die in einem Zeitraum abwandern

Ein Symbolverzeichnis sehen etwa der Bamberger Lehrstuhl und die Hochschule Niederrhein ausdrücklich „bei Bedarf“ vor. Ein Glossar ist in Bachelorarbeiten seltener und nur sinnvoll, wenn Ihre Leser viele Begriffe tatsächlich nachschlagen müssen.

Vergleich von fachlichen und allgemein bekannten Abkürzungen im Abkürzungsverzeichnis.

Wo steht das Abkürzungsverzeichnis in der Bachelorarbeit?

Das Abkürzungsverzeichnis gehört in den Vorspann: nach dem Inhaltsverzeichnis und vor der Einleitung. Ob es vor oder nach dem Abbildungs- und Tabellenverzeichnis steht, ist dagegen nicht einheitlich geregelt, wie der Vergleich zeigt:

Hochschule / Lehrstuhl Position des Abkürzungsverzeichnisses
Uni Bamberg, BWL/Innovationsmanagement (2022) Direkt nach dem Inhaltsverzeichnis, vor Symbol-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
DHBW Stuttgart, Wirtschaftsinformatik (2024) Nach dem Inhaltsverzeichnis, vor Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
DHBW Heilbronn (gültig ab 09/2025) Nach einem ggf. vorhandenen Vorwort, vor dem Abbildungsverzeichnis
TU Dortmund, Entrepreneurship und Digitalisierung (2021) Nach Inhalts-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
TUM, Unternehmensführung, Logistik und Produktion (2020) Als letztes Verzeichnis unmittelbar vor dem Textteil

Gibt Ihr Leitfaden keine Reihenfolge vor, ist die Position direkt nach dem Inhaltsverzeichnis die verbreitetste Lösung. Entscheidend ist, dass Sie die Reihenfolge der Verzeichnisse einheitlich halten und im Inhaltsverzeichnis der Bachelorarbeit korrekt abbilden. Wie sich alle Teile zu einer schlüssigen Gesamtstruktur fügen, zeigt der Beitrag zu Aufbau und Gliederung.

Seitenzahl, Nummerierung und Umfang

  • Römische Seitenzahlen: Wie die übrigen Verzeichnisse wird das Abkürzungsverzeichnis in allen hier ausgewerteten Leitfäden römisch paginiert (I, II, III …). Die arabische Zählung beginnt erst mit der Einleitung.
  • Eintrag im Inhaltsverzeichnis, aber ohne Kapitelnummer: Das Verzeichnis erscheint im Inhaltsverzeichnis, erhält jedoch keine Gliederungsnummer wie „1“ oder „A“. Die TU Dortmund formuliert es so: „Nur die Überschriften im Textteil werden nummeriert – die Verzeichnisse erhalten keine vorangestellte Nummer.“
  • Kein Teil des Textumfangs: Die DHBW Heilbronn und ein Lehrstuhl der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Würzburg stellen klar, dass Verzeichnisse nicht zur geforderten Seitenzahl zählen. Mehr dazu, was üblicherweise mitgerechnet wird, lesen Sie im Beitrag zur Seitenzahl der Bachelorarbeit.
  • Neue Seite: Das Abkürzungsverzeichnis beginnt auf einer eigenen Seite. Ein kurzes Verzeichnis darf auch nur eine halbe Seite füllen – Sie müssen es nicht künstlich strecken.

Position des Abkürzungsverzeichnisses im Aufbau einer Bachelorarbeit.

Aufbau: So sieht ein Abkürzungsverzeichnis aus

Ein Abkürzungsverzeichnis ist zweispaltig aufgebaut: links die Abkürzung, rechts die ausgeschriebene Form. Sortiert wird alphabetisch nach der Abkürzung, nicht nach dem ausgeschriebenen Begriff. Seitenzahlen, Erklärungen oder Quellen gehören nicht hinein.

Beispiel: Abkürzungsverzeichnis einer BWL-Bachelorarbeit

Das folgende Beispiel stammt aus einer fiktiven Arbeit zum Thema „Digitalisierung von Vertriebsprozessen in kleinen und mittleren Unternehmen“. In Ihrer Arbeit setzen Sie die Einträge ohne Rahmenlinien und in der Schrift des Fließtextes.

Abkürzung Bedeutung
B2B Business-to-Business
CRM Customer-Relationship-Management
DSGVO Datenschutz-Grundverordnung
ERP Enterprise-Resource-Planning
HGB Handelsgesetzbuch
KMU kleine und mittlere Unternehmen
KPI Key Performance Indicator
ROI Return on Investment
SaaS Software as a Service
ZfbF Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung

Typische Einträge nach Fachbereich

Welche Abkürzungen im Verzeichnis landen, hängt stark vom Fach ab. Die Übersicht hilft Ihnen einzuschätzen, was in Ihrer Disziplin als erklärungsbedürftig gilt:

Fachbereich Typische Einträge
Informatik API (Application Programming Interface), DBMS (Datenbankmanagementsystem), UML (Unified Modeling Language)
Soziale Arbeit ASD (Allgemeiner Sozialer Dienst), SGB VIII (Achtes Buch Sozialgesetzbuch), UN-BRK (UN-Behindertenrechtskonvention)
Psychologie DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Auflage), ICD-11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten, 11. Revision), KVT (kognitive Verhaltenstherapie)
Gesundheit und Pflege RCT (randomisierte kontrollierte Studie), WHO (Weltgesundheitsorganisation), BMI (Body-Mass-Index)
Ingenieurwesen CAD (Computer-Aided Design), FEM (Finite-Elemente-Methode), SPS (speicherprogrammierbare Steuerung)
Rechtswissenschaft BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), BVerfG (Bundesverfassungsgericht), NJW (Neue Juristische Wochenschrift)

Sonderfälle beim Sortieren und Schreiben

  • Schreibweise wie im Text: Übernehmen Sie Groß- und Kleinschreibung, Punkte und Bindestriche exakt so, wie die Abkürzung im Text steht – „SaaS“ bleibt „SaaS“, „SGB VIII“ behält das Leerzeichen.
  • Ziffern am Anfang: Einträge wie „3D“ oder „5G“ stellen Sie vor die Buchstaben oder sortieren sie nach dem gesprochenen Wort ein. Wählen Sie eine Variante und bleiben Sie dabei.
  • Englische Begriffe: Schreiben Sie die englische Originalform aus („Key Performance Indicator“). Eine deutsche Übersetzung in Klammern ist möglich, aber nicht nötig, wenn der Begriff im Fach so verwendet wird.
  • Eine Abkürzung, zwei Bedeutungen: Vermeiden Sie Doppelbelegungen. Steht „KI“ in Ihrer Arbeit für „künstliche Intelligenz“, sollte es nicht zusätzlich „Kundeninteraktion“ bedeuten.
  • Plural und Genitiv: Sie brauchen keinen eigenen Eintrag. Laut Duden erhalten Initialwörter im Plural ein „s“ ohne Apostroph („die KPIs“); im Genitiv Singular wird das „s“ oft weggelassen („des Pkw“).

Beispiel eines alphabetisch sortierten Abkürzungsverzeichnisses mit zwei Spalten.

Abkürzungen im Text richtig einführen

Das Abkürzungsverzeichnis ersetzt nicht die Erklärung im Text. Schreiben Sie jeden nicht gängigen Begriff bei der ersten Verwendung aus und setzen Sie die Abkürzung in Klammern dahinter. Danach verwenden Sie nur noch die Abkürzung. Diese Regel findet sich etwa bei der TUM („Themenspezifische Abkürzungen müssen bei ihrem ersten Auftreten im Fließtext ausgeschrieben werden“), an der Universität Würzburg und an der Hochschule Niederrhein.

So nicht So richtig
Viele KMU setzen bislang kein CRM ein. Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) setzen bislang kein Customer-Relationship-Management (CRM) ein.
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) … später erneut: „Datenschutz-Grundverordnung“ Nach der Einführung durchgehend „DSGVO“ verwenden
Der Interviewleitfaden (IL) … (danach nur noch einmal verwendet) Selten gebrauchte Begriffe ausschreiben statt abkürzen

Wann Sie besser gar nicht abkürzen

Abkürzungen sollen einen häufig wiederkehrenden, umständlichen Ausdruck ersetzen – so formuliert es der Würzburger Leitfaden. Kommt ein Begriff nur ein- oder zweimal vor, schreiben Sie ihn aus. Die Hochschule Niederrhein rät sogar ausdrücklich davon ab, eigene themenspezifische Abkürzungen zu bilden, weil sie den Lesefluss stören. Ein Verzeichnis mit 40 selbst erfundenen Kürzeln ist deshalb kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Hinweis auf schwer lesbaren Text.

Abstract, Überschriften und Tabellen

Das Abstract wird häufig separat gelesen. Es ist daher sinnvoll, Abkürzungen dort ebenfalls bei der ersten Verwendung auszuschreiben, auch wenn sie im Hauptteil erneut eingeführt werden – mehr zur Gestaltung finden Sie im Beitrag zum Abstract der Bachelorarbeit. In Kapitelüberschriften sollten Sie auf nicht eingeführte Abkürzungen verzichten. Tabellen und Abbildungen sollten möglichst ohne den Fließtext verständlich sein; nutzen Sie dort Abkürzungen, erklären Sie sie im Zweifel in einer Legende unter der Tabelle.

Schreibregeln nach Duden

  • Punkt: Nach Schreibabkürzungen steht ein Punkt (Dr., usw., vgl.). Initialwörter wie BGB oder EU sowie Maßeinheiten wie kg oder kWh stehen ohne Punkt.
  • Satzende: Endet ein Satz mit einer Abkürzung mit Punkt, dient dieser zugleich als Schlusspunkt – es gibt keinen doppelten Punkt.
  • Satzanfang: Steht eine Abkürzung am Satzanfang, wird sie großgeschrieben („Vgl.“). Besser lesbar ist es meist, den Satz umzustellen.
  • Mehrteilige Abkürzungen: Im Duden werden sie mit Leerzeichen geschrieben („z. B.“, „d. h.“). Damit Word die beiden Teile nicht auf zwei Zeilen verteilt, fügen Sie ein geschütztes Leerzeichen ein (Windows: Strg + Umschalt + Leertaste).

Abkürzungsverzeichnis in Word erstellen

Word hat keine eigene Funktion für Abkürzungsverzeichnisse, wie es sie für Inhalts- oder Abbildungsverzeichnisse gibt. Es gibt zwei bewährte Wege: eine unsichtbare Tabelle, die Sie selbst pflegen, oder ein automatisches Verzeichnis über die Indexfunktion. Für die meisten Bachelorarbeiten mit 10 bis 30 Abkürzungen ist die Tabelle die schnellere und robustere Lösung.

Variante 1: Abkürzungsverzeichnis als Tabelle ohne Rahmen

  1. Neue Seite anlegen: Fügen Sie nach dem Inhaltsverzeichnis einen Seitenumbruch ein (Strg + Enter) und schreiben Sie die Überschrift „Abkürzungsverzeichnis“.
  2. Überschrift fürs Inhaltsverzeichnis formatieren: Weisen Sie der Überschrift die Formatvorlage „Überschrift 1“ zu und entfernen Sie die Nummerierung. Alternativ legen Sie eine eigene Formatvorlage „Überschrift ohne Nummer“ mit Gliederungsebene 1 an. So erscheint das Verzeichnis im automatischen Inhaltsverzeichnis, aber ohne Kapitelnummer.
  3. Tabelle einfügen: Über „Einfügen > Tabelle“ erstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten. Die Zeilenzahl ist egal – mit der Tabulatortaste in der letzten Zelle erzeugen Sie weitere Zeilen.
  4. Einträge erfassen: Links tragen Sie die Abkürzung ein, rechts die ausgeschriebene Form – in beliebiger Reihenfolge.
  5. Alphabetisch sortieren: Markieren Sie die Tabelle und wählen Sie auf der Registerkarte „Layout“ bzw. „Tabellenlayout“ die Schaltfläche „Sortieren“. Sortieren Sie nach Spalte 1, Typ „Text“, aufsteigend.
  6. Spaltenbreite festlegen: Ziehen Sie die linke Spalte so schmal, dass die längste Abkürzung gerade hineinpasst. Unter „Tabelleneigenschaften“ können Sie eine feste Breite eintragen, damit sich die Spalten nicht verschieben.
  7. Rahmen entfernen: Unter „Tabellenentwurf > Rahmen“ wählen Sie „Kein Rahmen“. Übrig bleibt eine saubere zweispaltige Liste in der Schrift Ihres Fließtextes.

Neue Abkürzungen hängen Sie einfach unten an und sortieren erneut. Das dauert Sekunden und funktioniert in Word für Windows, Word für Mac und LibreOffice gleichermaßen. Weitere Einstellungen wie Seitenzahlen, Abschnittswechsel und Formatvorlagen erklärt unsere Anleitung zum Formatieren der Bachelorarbeit.

Variante 2: Automatisches Abkürzungsverzeichnis über die Indexfunktion

Bei sehr vielen Abkürzungen oder wenn Sie Einträge direkt beim Schreiben festhalten möchten, lässt sich die Indexfunktion umfunktionieren. Word sortiert die Einträge dann selbst und entfernt Duplikate.

  1. Abkürzung markieren: Markieren Sie im Text eine Abkürzung, etwa „DSGVO“, am besten an der Stelle ihrer Einführung.
  2. Eintrag festlegen: Drücken Sie Alt + Umschalt + X oder wählen Sie „Referenzen“ (in neueren Versionen teils „Verweise“) > „Eintrag festlegen“. Die Abkürzung steht im Feld „Haupteintrag“.
  3. Querverweis nutzen: Aktivieren Sie unter „Optionen“ den „Querverweis“, löschen Sie das vorausgefüllte Wort „Siehe“ und tragen Sie die ausgeschriebene Form ein, also „Datenschutz-Grundverordnung“. Klicken Sie auf „Festlegen“. Jede Abkürzung müssen Sie nur einmal markieren.
  4. Verzeichnis einfügen: Setzen Sie den Cursor unter die Überschrift „Abkürzungsverzeichnis“ und wählen Sie „Referenzen > Index einfügen“. Stellen Sie den Typ „Eingezogen“ und eine Spalte ein.
  5. Trennzeichen anpassen: Word trennt Eintrag und Bedeutung standardmäßig mit Komma („DSGVO, Datenschutz-Grundverordnung“). Mit Alt + F9 (Mac: Option + F9) blenden Sie die Feldfunktion ein und ergänzen im INDEX-Feld den Schalter \e mit einem Tabulator in Anführungszeichen. Nach erneutem Alt + F9 und F9 steht die Bedeutung sauber in einer zweiten Spalte.
  6. Aktualisieren: Nach neuen Einträgen klicken Sie in das Verzeichnis und drücken F9.

Fünf Schritte zum Erstellen eines Abkürzungsverzeichnisses in Microsoft Word.

Hinweis: Nutzen Sie die Indexfunktion zusätzlich für ein Stichwortverzeichnis, vermischen sich beide Listen. Trennen Sie sie, indem Sie den Abkürzungen im XE-Feld den Schalter \f "a" hinzufügen und das Verzeichnis mit { INDEX \f "a" } einfügen. Die XE-Felder werden im Text als ausgeblendeter Text angezeigt, sobald die Formatierungszeichen (¶) eingeblendet sind – beim Drucken und im PDF sind sie unsichtbar.

VERZEICHNISSE UND FORMALIA

Abkürzungen, Verzeichnisse, Formatvorlagen – wir bringen Ihre Bachelorarbeit in Form.

Wir formatieren Ihre Bachelorarbeit nach den Vorgaben Ihres Lehrstuhls: vom Inhaltsverzeichnis über Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse bis zur einheitlichen Seitennummerierung.

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Abkürzungsverzeichnis in LaTeX

In LaTeX ist das Abkürzungsverzeichnis deutlich komfortabler. Das Paket acronym schreibt jede Abkürzung beim ersten Aufruf automatisch aus und erzeugt die Liste für den Vorspann:

\usepackage[printonlyused]{acronym}

\chapter*{Abkürzungsverzeichnis}
\addcontentsline{toc}{chapter}{Abkürzungsverzeichnis}
\begin{acronym}[DSGVO]
  \acro{CRM}{Customer-Relationship-Management}
  \acro{DSGVO}{Datenschutz-Grundverordnung}
  \acro{KMU}{kleine und mittlere Unternehmen}
\end{acronym}

% im Text:
Viele \ac{KMU} nutzen kein \ac{CRM}.

Beim ersten \ac{KMU} erscheint „kleine und mittlere Unternehmen (KMU)“, danach nur noch „KMU“. Die Option printonlyused sorgt dafür, dass nur tatsächlich verwendete Abkürzungen im Verzeichnis stehen. Die längste Abkürzung in eckigen Klammern hinter \begin{acronym} bestimmt die Breite der linken Spalte. Beachten Sie: acronym sortiert nicht selbst – Sie legen die Einträge alphabetisch an. Wer eine automatische Sortierung braucht, greift zum umfangreicheren Paket glossaries.

Häufige Fehler im Abkürzungsverzeichnis

Fehler Lösung
Abkürzung im Text, aber nicht im Verzeichnis Vor der Abgabe mit der Suchfunktion nach Großbuchstabenfolgen suchen oder den Text gezielt Kapitel für Kapitel prüfen – auch Fußnoten, Tabellen und Anhang
Einträge im Verzeichnis, die im Text nicht mehr vorkommen Nach jeder größeren Überarbeitung abgleichen; in LaTeX erledigt das printonlyused
Unterschiedliche Schreibweisen Eine Form festlegen („z. B.“ oder „z.B.“, „E-Mail“ statt „Email“) und per Suchen-und-Ersetzen vereinheitlichen
Sortierung nach der Langform Immer nach der Abkürzung in der linken Spalte sortieren
Allgemein bekannte Abkürzungen aufgelistet „usw.“, „ca.“ oder „bzw.“ streichen – es sei denn, Ihr Lehrstuhl verlangt sie ausdrücklich
Abkürzung nicht im Text eingeführt Das Verzeichnis ersetzt die Erstnennung nicht: Begriff bei der ersten Verwendung ausschreiben
Verzeichnis mit Kapitelnummer oder arabischer Seitenzahl Überschrift ohne Nummerierung formatieren und den Vorspann als eigenen Abschnitt mit römischen Seitenzahlen anlegen

Checkliste vor der Abgabe

  • Die Vorgaben Ihres Lehrstuhls zu Pflicht, Inhalt und Position des Verzeichnisses sind geprüft.
  • Jede nicht gängige Abkürzung aus Text, Fußnoten, Tabellen, Abbildungen und Anhang steht im Verzeichnis.
  • Das Verzeichnis enthält keine Abkürzung, die im Text nicht vorkommt.
  • Allgemeinsprachliche und reine Zitierabkürzungen sind entsprechend Ihrem Leitfaden aufgenommen oder weggelassen.
  • Die Einträge sind alphabetisch nach der Abkürzung sortiert und zweispaltig ausgerichtet.
  • Jede Abkürzung wird bei der ersten Verwendung ausgeschrieben, im Abstract gegebenenfalls erneut.
  • Schreibweisen im Verzeichnis und im Text sind identisch.
  • Das Verzeichnis beginnt auf einer neuen Seite, ist römisch paginiert und im Inhaltsverzeichnis ohne Kapitelnummer aufgeführt.

Gerade die letzten Punkte fallen beim eigenen Korrekturlesen leicht durch, weil man den Text nach Wochen der Arbeit kaum noch neutral liest. Ein Korrekturlesen der Bachelorarbeit prüft neben Rechtschreibung und Zeichensetzung auch, ob Abkürzungen und Formalia durchgehend einheitlich sind.

FORMALE PRÜFUNG VOR DER ABGABE

Einheitliche Abkürzungen, saubere Verzeichnisse, fehlerfreier Text.

Wir lesen Ihre Bachelorarbeit Korrektur und gleichen dabei Abkürzungen, Verzeichnisse und Formalia mit den Vorgaben Ihres Lehrstuhls ab.

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Quellen und weiterführende Informationen

 

Häufige Fragen zur Abkürzungsverzeichnis Bachelorarbeit

Ja. Die meisten Leitfäden gelten für Seminar-, Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten gleichermaßen. Bei kurzen Hausarbeiten mit wenigen Abkürzungen verzichten manche Lehrstühle auf das Verzeichnis; in Masterarbeiten ist es wegen des größeren Umfangs meist länger.

In englischsprachigen Arbeiten heißt es „List of Abbreviations“, bei überwiegend aus Anfangsbuchstaben gebildeten Einträgen auch „List of Acronyms“. Aufbau und Sortierung bleiben gleich.

Die APA-Richtlinien regeln vor allem die Einführung im Text: Begriff bei der ersten Verwendung ausschreiben, Abkürzung in Klammern. Wird ein Begriff nur wenige Male verwendet, soll er ausgeschrieben bleiben. Ob zusätzlich ein Abkürzungsverzeichnis nötig ist, legt Ihre Hochschule fest, nicht die Zitierweise.

Nein. Anders als ein Stichwortverzeichnis nennt das Abkürzungsverzeichnis nur Abkürzung und Bedeutung. Die Seite, auf der eine Abkürzung vorkommt, ist für den Leser nicht relevant.

Eine Vorgabe dazu gibt es nicht. In Bachelorarbeiten umfasst es meist eine Seite oder weniger. Wird es deutlich länger, lohnt sich die Prüfung, ob Sie wirklich alle Begriffe abkürzen müssen.

Grundsätzlich ja, sofern Sie sie im Text einführen und ins Verzeichnis aufnehmen. Sinnvoll ist das nur für lange Begriffe, die sehr oft vorkommen. Einige Hochschulen, etwa die Hochschule Niederrhein, raten ausdrücklich davon ab, themenspezifische Abkürzungen zu erfinden.

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